Liebe Freund*in,
mit großen Schritten nähern wir uns dem Ende von 2025. Auch in diesem Jahr ist das Atommüll-Thema brisant: Die Bundesregierung legt ein unzureichendes Nationales Entsorgungsprogramm für die strahlenden Hinterlassenschaften vor. In Gorleben beginnt das erste Verfahren zur Weiternutzung eines Atommüll-Zwischenlagers für viele weitere Jahrzehnte über den bisher angedachten Zeitraum hinaus und wird wegweisend sein für viele weitere Standorte. Die Kontroverse um den Jülicher Atommüll und die drohenden Castortransporte hält weiter an, auch wenn nicht zuletzt eine aktive Anti-Atom-Bewegung den Start in diesem Jahr verhindern kann.
Mit diesem Newsletter möchten wir Dich über die neuesten Entwicklungen bei der Stiftung Atomerbe informieren.
Stiftungsaufbau
Das Team der Stiftung Atomerbe ist personell gewachsen, und ich freue mich, mich in diesem Newsletter vorzustellen. Mein Name ist Tiziana Hutschalik. Seit September 2025 kümmere ich mich für die Stiftung um die Bereiche Fundraising und Stiftungsaufbau. Nachdem meine Einarbeitungsphase nun nahezu abgeschlossen ist, können wir uns ab 2026 verstärkt dem strukturellen Ausbau der Stiftung widmen. In den kommenden zwei Jahren möchten wir die Sichtbarkeit der Stiftung deutlich erhöhen und unser Netzwerk konsequent erweitern. Unser Ziel ist, viele neue Zustifter*innen zu gewinnen und das Stiftungskapital auf diese Weise deutlich zu erhöhen. Derzeit prüfen wir, welche (neuen) Kanäle und Ansätze sich am besten eignen, um diese Ziele zu erreichen.
Förderung
Der aktuelle Förderschwerpunkt der Stiftung ist der langfristige Erhalt von Wissen zu den Atommüll-Gefahren. Vor welchen Herausforderungen stehen zukünftige Generationen von Betroffenen?
Im vergangenen Jahr hat die Stiftung Atomerbe das Projekt „Digitale Auffindbarkeit von Atomwissen: Findbuch Endlagerung“ initiiert und fördert das „Archiv Deutsches Atomerbe“ bei der Umsetzung. Das Projekt fokussiert sich im Wesentlichen darauf, Menschen das Thema Endlagerung durch die Bereitstellung von digitalisierten Unterlagen zugänglich zu machen. Interessierte können unter https://www.archiv-atomerbe.de/findbuch-endlagerung/ nach wichtigen Unterlagen und Informationen zum Thema Endlagerung suchen. Mit dieser Webseite haben nachfolgende Generationen die Möglichkeit, sich über das Ausmaß der Gefahren der Atomkraft zu informieren. Sie umfasst bisher ca. 400 Unterlagen wie Broschüren, Gutachten oder Dokumente der Bundesregierung und bildet eine Informationsgrundlage für sowohl Einsteiger*innen als auch Fachleute. Das Portal wird im kommenden Jahr weiter im Bereich Benutzerfreundlichkeit optimiert und um zusätzliche Unterlagen erweitert. Daher verlängert die Stiftung Atomerbe die Projektförderung um ein weiteres Jahr.
.ausgestrahlt musste das im Dezember 2024 begonnene Projekt „Kritische Wissenschaft für die Anti-Atom-Bewegung erhalten“ aus Kapazitätsgründen leider vorzeitig beenden. Die hierfür erhaltenen Mittel in Höhe von 1.200 Euro gehen zum Jahresende zurück an die Stiftung Atomerbe.
Zustiftung
Wir freuen uns immer, von unseren Zustifter*innen zu hören, warum sie sich entschieden haben, die Stiftung Atomerbe zu unterstützen! An dieser Stelle möchten wir Andrea Schultz-Wild als neue Zustifterin herzlich willkommen heißen. Sie unterstützt uns seit August dieses Jahres und hat uns freundlicherweise erlaubt, ihre Motivation mit Dir zu teilen:
„Als ich - mit 12, 13 Jahren vom Kind zum politisch wachen Menschen geworden bin, war eines der Themen, über die ich mich aufgeregt habe, dass da schon vor meiner Geburt die Entscheidung für Atomkraft gefallen war (ohne dass ich die Chance hatte mich einzubringen!) und dass ich dennoch mein ganzes Leben lang mit den Folgen werde umgehen müssen. Inzwischen bin ich sechzig - und kann mich darüber noch immer aufregen.“
Du möchtest auch gerne Deine Beweggründe mit uns teilen? Darüber freuen wir uns sehr!
Aktuelle Zahlen
Im laufenden Jahr hat die Stiftung Atomerbe von drei Stifter*innen Zustiftungen in Höhe von insgesamt 22.000 Euro und von drei Spender*innen Zuwendungen in Höhe von 1.400 Euro bekommen.
Durch die Zustiftungen hat sich der Vermögensstock der Stiftung auf 157.000 Euro erhöht. Zusammen mit den zinslosen Darlehen eines Stifters beträgt das angelegte Kapital 246.000 Euro.
Unsere Gemeinschaft lebt durch Menschen, die unsere Arbeit unterstützen. Nur so können wir wachsen und Schritt für Schritt die Grundlagen dafür schaffen, langfristige Lösungen für den Umgang mit dem atomaren Vermächtnis zu entwickeln. Wir hoffen, auch weiterhin auf Dich zählen zu können – sei es durch Zustiftungen, Vermächtnisse, Spenden oder dadurch, dass Du die Werte der Stiftung Atomerbe in Deinem Umfeld weiterträgst. Jede Form der Unterstützung hilft, damit kommende Generationen von unserer heutigen Arbeit profitieren.
Herzliche Grüße
Tiziana Hutschalik