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Newsletter

4. Juni 2026

Neuigkeiten von der Stiftung Atomerbe

Foto: In einer Lagerhalle voller Castorbehälter manövriert ein Arbeiter einen Behälter mit einer Maschine

Liebe Freund*in,

die ersten Monate des Jahres 2026 haben erneut gezeigt, wie aktuell und drängend die Herausforderungen rund um den Atommüll bleiben. Politische Entscheidungen, neue Entwicklungen bei der Standortsuche und umstrittene Castortransporte haben die Debatte geprägt. Auch bei der Stiftung Atomerbe gab es wichtige Veränderungen und neue Impulse. Mit diesem Newsletter möchten wir auf die vergangenen Monate zurückblicken und einen Ausblick auf die kommenden Aufgaben und Projekte geben.

Beirat
Bereits in den vergangenen beiden Jahren haben wir unsere Förderentscheidungen gemeinsam mit Expert*innen aus verschiedenen Bereichen informell beraten. Dieses Verfahren hat sich bewährt. Deshalb haben wir nun gemäß § 7 der Satzung einen Stiftungsbeirat eingerichtet, der uns in Zukunft bei Förderentscheidungen unterstützt. Dem Beirat gehören jeweils ein bis zwei Vertreter*innen aus den Bereichen der Anti-Atom-Bewegung, aus der kritischen Wissenschaft und aus dem Kreis der Stifter*innen an. Mitte Juni trifft sich der neue Stiftungsbeirat erstmals in folgender Besetzung:

Janna Dujesiefken (Anti-Atom-Bewegung)

Torben Klages (Anti-Atom-Bewegung)

Hauke Doerk (Wissenschaft)

Ursula Schönberger (Wissenschaft

Karl Amannsberger (Stifter)

Helge Bauer (Stiftungsvorstand)

Friedrich Erbacher (Stiftungsvorstand)

Atommüll aktuell
Zwischen neuen Zeitplänen und rollenden Castoren: Die ersten Monate 2026 hatten es in der Atommüll-Thematik in sich. Das Zieljahr 2031 für die Standortfestlegung für ein sogenanntes Endlager galt bei Expert*innen schon immer für nicht haltbar. Der Entwurf für eine Novellierung des Standortauswahlgesetzes legt nahe, dass nun auch die Bundesregierung zu dieser Einschätzung kommt. Das Datum wird demnach ersatzlos aus dem Gesetz gestrichen. Ein neuer Arbeitsstand mit einer weiteren Eingrenzung der noch im Rennen befindlichen Gebiete wird für diesen Herbst erwartet. Gleichzeitig rollten im Frühjahr die ersten der 152 Castoren mit hochradioaktiven Abfällen von Jülich in das Zwischenlager Ahaus. Die Anti-Atom-Bewegung schätzt die LKW-Transporte, die auch durch das dicht besiedelte Ruhrgebiet führen, als gefährlich und unnötig ein. Auch beim maroden Bergwerk Asse II kommt die notwendige Bergung des schwach- und mittelradioaktiven Mülls langsamer voran als geplant. Der für 2033 vorgesehene Bergungsbeginn wurde ebenfalls ohne Nennung eines neuen Datums verworfen. Deutschland blickt derweil gespannt nach Finnland, wo in den nächsten Monaten das weltweit erste Tiefenlager für hochradioaktive Abfälle in Betrieb geht.

„Ich unterstütze die Stiftung Atomerbe, weil…
…das Thema Atomenergie mit all ihren Risiken leider noch immer aktuell ist und auch das Problem des Atommülls noch nicht einmal ansatzweise gelöst wurde. Sowohl der Atommüllberg als auch die damit verbundenen Risiken wachsen täglich. … die Politik weiterhin ihrer Verantwortung hierbei nicht nachkommt und sich zu langsam oder gar nicht um eine konstruktive Lösung der Endlagersuche bemüht und die Bevölkerung zu wenig einbezieht. … jeder, der Atomenergie als Stromquelle nutzt oder genutzt hat, mitverantwortlich für die Folgen und den wachsenden Atommüllberg ist und dieses Problem nicht unbekümmert an die nächsten Generationen weitergeben darf. …ich es gut und wichtig finde und sehr dankbar dafür bin, dass sich einige engagierte Personen konsequent dafür einsetzen, Informationen und Hintergründe zum Thema bereitzustellen, zu recherchieren und aktualisieren, Aktionen zu planen und zu organisieren und die Öffentlichkeit zu informieren, um zu einer sinnvollen Lösung oder Minderung des Problems beizutragen. All das ist eben nicht ohne entsprechende finanzielle Unterstützung möglich.“

Wir danken Stephanie Zichner, langjährige Spenderin der Stiftung Atomerbe, für ihre wertvolle Unterstützung unserer Arbeit und dass sie sich die Zeit genommen hat, über ihre Motivation zu berichten.

Hamburger Stiftungstage
Im Rahmen der diesjährigen Hamburger Stiftungstage beteiligt sich die Stiftung Atomerbe erstmals mit zwei Veranstaltungen am stadtweiten Programm. Die Hamburger Stiftungstage finden vom 19. bis zum 28. Juni statt. Ziel ist, den Stiftungssektor einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich und gleichzeitig gemeinnütziges Engagement in der ganzen Stadt sichtbar zu machen.

Mit einer Online- und einer Präsenzveranstaltung laden auch wir zum Austausch ein: Am 24. Juni beschäftigt sich Helge Bauer, Referent für Atommüllfragen bei .ausgestrahlt mit dem Thema „Atommüll ohne Ende – Probleme bei der Lagerung radioaktiver Abfälle in Deutschland“. Im Anschluss an seinen Vortrag hast Du Gelegenheit, Fragen zu stellen und mitzudiskutieren. Anmelden kannst Du Dich direkt über tiziana.hutschalik@ausgestrahlt.de. Darüber hinaus hast Du am Montag, 22. Juni, von 17:00 bis 19:00 Uhr, Gelegenheit, uns und die Stiftung Atomerbe persönlich kennenzulernen. Wir geben Einblicke in unsere Stiftungsarbeit, unsere Förderansätze und unsere Motivation. Im Mittelpunkt steht dabei der persönliche Austausch mit Interessierten, Unterstützer*innen und Wegbegleiter*innen. Komm gerne vorbei, wenn Du in Hamburg lebst oder in der Nähe bist und besuch uns ins unserem Büro. Weitere Informationen zu unseren Veranstaltungen findest Du auf der Internetseite des Stiftungsbüros Hamburg unter folgendem Link: https://hamburger-stiftungen.de/veranstaltungen/.
Wir freuen uns auf Dich.

Herzliche Grüße
Tiziana Hutschalik

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Tiziana Hutschalik
Stiftung Atomerbe