Im Jahr 2026 hat die Stiftung Atomerbe folgende Projekte unterstützt:
Unterstützung für einen deutsch-ukrainischen Leseabend zum 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl
Der Abend gehört zur Reihe des Literatursalons „Sowohl als auch“, der sich in Lesungen und Diskussionen mehrsprachiger Literatur bzw. Texten mit mehrkulturellen Bezügen widmet. Der Literatursalon lädt dazu alle ein oder zwei Monate ein in das Lokal „Eck51“, das zum lokalen Kulturverein Eck 51 e.V. im Zentrum von Cottbus gehört-
Die Lesung hatte den 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe im sowjetischen Kernkraftwerk Tschernobyl zum Mittelpunkt. Dabei las der Cottbuser Autor Thomas Bruhn Auszüge aus Christa Wolfs „Störfall. Nachrichten eines Tages“ von 1987. Das Buch ist eines der wenigen Zeugnisse der Auseinandersetzung mit dem Reaktorunglück in der DDR. Im zweiten Block las Nataliia Hraivoronska ukrainischsprachige Texte, die sich mit dem Reaktorunglück auseinandersetzen. Darunter waren Auszüge aus Swetlana Alexijewitschs „Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft“ und Gedichte von Lina Kostenko. Liliia Reuß las die deutschen Übersetzungen der Texte. Eine Gebärdendolmetscherin übersetzte parallel das Gelesene in Gebärdensprache. Alle Vorlesenden leben in Cottbus.
An die Lesung schloss sich eine Diskussion zum Thema Atomkraft/Erbe von Tschernobyl an. Dabei waren unter anderem Johannes Drews dabei (ehemals Vorstand von ICAN Deutschland, International Campagin to abolish nuclear weapons), Marion Ernst (die berufliche Erfahrungen in Kernkraftwerken besitzt)und der Physiker Dr. Hartmut Leipner. Dabei zeigten sich verschiedene Perspektiven, resultierend aus den verschiedenen Erfahrungen der Anwesenden, in der DDR, in West-Berlin und in der damaligen Ukrainischen Sowjetrepublik. Thema war auch Atomkraft im Allgemeinen, im Iran und der Verzicht auf den Bau von Atomraketen in der Ukraine. Nataliia Hraivoronska wies auch auf weitere Kernkraftwerke in der Ukraine und die damit verbundenen Risiken, nicht zuletzt durch die derzeitige Kriegssituation. Zur Sprache kam auch die enorm hohe Strahlenbelastung durch Kernwaffentests, die selten in der Öffentlichkeit thematisiert wird Durch den Abend führte Günther Hornberger von der Cottbuser Lyrikwerkstatt. Anwesend waren etwa 41 Zuhörende, was die Platzkapazitäten im Eck 51 ausfüllte. Anwesend war auch die Publizistin Christiana Piniek, die für die sorbische Wochenzeitung „Nowy Casnik“ berichtet (erscheint voraussichtlich am 30. April). 1
Die Stiftung Atomerbe hat den Lese- und Diskussionsabend mit 200 Euro unterstützt.
Im Jahr 2025 hat die Stiftung Atomerbe zwei Projekte unterstützt:
Anschlussförderung für das Projekt „Digitale Auffindbarkeit von Atomwissen: Findbuch Endlagerung"
Im Herbst 2024 ging das Findbuch Endlagerung online. Hier finden Nutzer*innen Informationen und Digitalisate von erschlossenen Unterlagen im Bestand des Archivs Deutsches Atomerbe rund um das Thema Endlagerung radioaktiver Abfälle. Gefördert durch die Stiftung Atomerbe stehen zu fast 30 Fragestellungen rund um die Atommülllagerung kommentierte Teilkataloge und über 400 Digitalisate zur Verfügung. Als Zusatz werden Links zu Webseiten zur Verfügung gestellt, auf denen weitere Informationen zu finden sind. Nach einer Vielzahl an weiteren Dokumenten kann darüber hinaus im Onlinekatalog des Archiv Deutsches Atomerbe recherchiert werden. Im Rahmen einer Anschlussförderung wird die bisherige Arbeit mit einer Beratungsgruppe evaluiert und werden weitere wichtige Unterlagen zu den Fragestellungen erschlossen und digitalisiert.
Die Stiftung Atomerbe hat das Projekt des Archivs Deutsches Atomerbe e.V. 2025 mit 2.500 Euro unterstützt.
Engagement von .ausgestrahlt für den langfristigen Erhalt von Wissen zu den Gefahren der Atomkraft und den Herausforderungen im Umgang mit Atommüll für künftige Generationen von Betroffenen
.ausgestrahlt engagiert sich im Bündnisprojekt "Atommüllreport" finanziell, sowie durch aktive Mitarbeit bei dessen Umsetzung. Das Fachportal hat sich zur Aufgabe gemacht, das Wissen über Atommüll über viele Jahrzehnte zu erhalten und somit einen Beitrag zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung um einen verantwortbaren Umgang mit Atommüll zu leisten. Darüber hinaus beteiligt sich .ausgestrahlt an der Organisation der halbjährlich stattfindenden Atommüllkonferenzen. Diese sind seit vielen Jahren ein beständiger Ort des Wissensaustausches und der Vernetzung innerhalb der Anti-Atom-Bewegung. Zusätzlich organisiert .ausgestrahlt eigene Informationsveranstaltungen und stellt auf Anfrage Referent*innen für externe Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen zum Themenbereich Atommüll. Über den regelmäßigen Newsletter, Artikel im .ausgestrahlt-Blog, das dreimal im Jahr erscheinende Magazin und weitere Druckerzeugnisse wie Broschüren und Flyer sowie durch die Beauftragung von Gutachten und die aktive Presse- und Social-Media-Arbeit informiert .ausgestrahlt Menschen über Probleme und neue Erkenntnisse im Umgang mit Atommüll.
Die Stiftung Atomerbe hat .ausgestrahlt 2025 mit 2.500 Euro unterstützt.
Im Jahr 2024 hat die Stiftung Atomerbe zwei Projekte unterstützt:
Die Anti-Atom-Initiative .ausgestrahlt realisiert mit der Förderung das Projekt „Kritische Wissenschaft für die Anti-Atom-Bewegung erhalten“. Im geförderten Projekt sollen Ideen für eine niedrigschwellige Ansprache junge Wissenschaftler*innen und Studierender entwickelt werden, die in für die Anti-Atom-Bewegung wichtigen Fachgebieten tätig sind. Hierbei setzt das Projekt vor allem auf die Erfahrung der der Bewegung bereits nahestehenden Wissenschaftler*innen. Im engen Austausch mit ihnen sollen Ideen erarbeitet und bestenfalls umgesetzt werden. Ziel des Projektes ist es, der drohenden Leerstelle, die ausscheidende Wissenschaftler*innen und fehlender Nachwuchs auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Atomkraft hinterlassen haben, zu begegnen. Denn für die erfolgreiche Arbeit der Anti-Atom-Bewegung in der Zukunft ist weiterhin auch die starke Unterstützung von Seiten der Wissenschaft elementar.
Die Stiftung Atomerbe unterstützt das .ausgestrahlt-Projekt mit 1.500 Euro.
Das Archiv Deutsches Atomerbe erhielt die Förderung für sein Projekt „Digitale Auffindbarkeit von Atomwissen : Findbuch Endlagerung". Ziel des Projekts war es, ein Portal aufzubauen, über das interessierte Menschen mit und ohne Vorwissen einen schnellen, einfachen Zugang zu wichtigen Unterlagen und Informationen zum Thema Atommüllendlagerung erhalten können. Auf der Unterseite Findbuch Endlagerungstehen jetzt zu fast 30 Fragestellungen rund um die Atommüllagerung kommentierte Teilkataloge und über 400 Digitalisate zur Verfügung. Soweit Urheber- und Persönlichkeitsrechte es zulassen, können die Dokumente direkt online heruntergeladen werden. Ansonsten werden über das Findbuch die Informationen bereitgestellt, welche der Dokumente im Archiv Deutsches Atomerbe vor Ort eingesehen werden können. Als Zusatz werden Links zu Webseiten zur Verfügung gestellt, auf denen weitere Informationen zu finden sind. Nach einer Vielzahl an weiteren Dokumenten kann darüber hinaus im Online-Katalog des Archiv Deutsches Atomerbe recherchiert werden.
Die Stiftung Atomerbe hat das Projekt des Archivs Deutsches Atomerbe e.V. mit 4.800 Euro unterstützt
Im Jahr 2022 hat die Stiftung Atomerbe zwei Projekte unterstützt:
Das Gorleben Archiv e.V. nutzte die Förderung für Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederwerbung – mit dem Ziel, die finanzielle Sicherung der Zukunft des Vereins zu verbessern.
Hierzu hat sich der Verein auf der Widerstandspartie mit einem Infostand präsentiert. Die Widerstandspartie war ein im Rahmen der Kulturelle Landpartie (KLP) stattfindendes großes Fest am ehemaligen Erkundungsbergwerk in Gorleben. Es fand – ein letztes Mal – statt, um das Ausscheiden von Gorleben aus der Endlagersuche zu feiern. Der Verein hat mit der finanziellen Unterstützung insbesondere Flyer, Plakate und Banner drucken lassen.
Ferner entwickelte er unter dem Motto „Ich schreib` Geschichte“ ein Konzept, das sich neben der Präsentation des Archivs und der aktuellen und historischen Widerstandsgeschichte auf eine offensive Mitgliederwerbung auf der außergewöhnlich gut besuchten Veranstaltung konzentrierte. So konnte das Gorleben Archiv letztlich über 70 neue Mitglieder werben – ein großartiger Erfolg!
Die Stiftung Atomerbe unterstützt das Gorleben Archiv mit 2000 Euro.
Die Stiftung .atomerbe hat das Archiv Deutsches Atomerbe e.V. im Rahmen des Programms „NeustartKultur“ geförderten Projektes „Atomausstieg : Die wechselvolle Geschichte der drei Ende 2021 abgeschalteten AtomkraftwerkeBrokdorf, Grohnde und Gundremmingen“ gefördert.
Am 31. Dezember 2021 endete die Betriebserlaubnis dieser drei AKW. Im Rahmen des Projektes wurden Unterlagen zur wissenschaftlichen, juristischen und politischen Auseinandersetzung an den einzelnen Standorten, v.a. Graue Literatur, Fotos, Flyer und Plakate erschlossen und digitalisiert. Das Projekt, das im Rahmen des Programms „NeustartKultur“ der Bundesregierung gefördert wurde, lief vom 1.1. bis 31.12.2022. Mit der Förderung der Stiftung Atomerbe konnte das Archiv seinen Eigenanteil aufbringen und für die Langzeitarchivierung unverzichtbare Arbeitsmaterialien anschaffen. Das Digitalisierungsprojekt dient der Bestandserhaltung und einer besseren Auffindbarkeit relevanter Informationen, auf die Betroffene und Wissenschaftler*innen nun auch in Zukunft (weiterhin) zugreifen können.
Die Stiftung Atomerbe unterstützt das Archiv Deutsches Atomerbe e.V. mit 2000 Euro.
Im Jahr 2021 hat die Stiftung Atomerbe zwei Projekte unterstützt:
Erste Förderrunde 2021
In der Förderrunde vom Sommer 2021 hat die Stiftung Atomerbe zwei Projekte von örtlichen Bürger*innen-Initiativen und Umweltorganisationen mit jeweils 2.000 Euro unterstützt, die sich auf ganz unterschiedliche Weise um das Atommüll-Problem kümmern.
Archiv Deutsches Atomerbe:
Erschließung und Digitalisierung eines Teilbestandes des Materials zur „Nuklearen Entsorgung“
In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Nutzung von Atomkraft und dem Umgang mit radioaktiven Abfällen war die intac GmbH (vormals Gruppe Ökologie) eines der wichtigsten Gutachterbüros. Bis zu ihrer Auflösung hat sie Akteure der Anti-Atom-Bewegung bei ihren Verfahren begleitet. Ihre wissenschaftlichen Ergebnisse zur „Nuklearen Entsorgung“ können für die weitere Auseinandersetzung über den Umgang mit den radioaktiven Abfällen sehr nützlich sein, liegen aber in einer schwer zugänglichen Form vor. Das Archiv Deutsches Atomerbe kümmert sich um die Erschließung, Aufbereitung und Veröffentlichung des Material-Teilbestandes zur „Nuklearen Entsorgung“ sowie der zugrundeliegenden öffentlichen und nicht-öffentlichen Informationen. Dies soll Betroffene dabei unterstützen, insbesondere den Umgang mit Atommüll kritisch zu begleiten.
Die Stiftung Atomerbe unterstützt das Projekt mit 2.000 Euro.
Arbeitsgemeinschaft (AG) Schacht Konrad:
Kampagne #KONRAD_gameover
Das ehemalige Bergwerk Schacht Konrad in Salzgitter wird seit Jahrzehnten zum tiefengeologischen Lager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll ausgebaut, obwohl es schon zum Zeitpunkt seiner Genehmigung 2002 nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik entsprach. Am 27. Mai 2021 haben deshalb der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) einen Antrag auf Rücknahme bzw. Widerruf des Planfeststellungsbeschlusses Schacht Konrad beim Niedersächsischen Umweltministerium eingereicht. Die AG Schacht Konrad unterstützt diesen Antrag gemeinsam mit Bündnispartner*innen durch eine groß angelegte Unterschriften- und Öffentlichkeitskampagne, die erneut unterstreichen soll, dass es eine breite gesellschaftliche Ablehnung für das Projekt Schacht Konrad gibt. Mit der Kampagne #KONRAD_gameover will sie den politischen Druck auf das zuständige Ministerium erhöhen, die Probleme einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen und eine wirkungsvolle gemeinschaftliche politische Meinungsäußerung organisieren.
Die Stiftung Atomerbe unterstützt die Kampagne mit 2.000 Euro.
Zweite Förderrunde 2021
In der zweiten Förderrunde in 2021 hat die Stiftung Atomerbe erneut zwei Projekte mit jeweils 2.000 Euro unterstützt.
Sommerakademie des Atommüllreports, vom 8. bis 12.August 2022 in Wolfenbüttel:
„Atommüll – Herausforderungen für die nächste Generation“
Im August 2022 führt der Atommüllreport seine dritte Sommerakademie durch. Während der Sommerakademie haben junge Menschen die Möglichkeit, sich intensiv mit den Gefahren der Atomenergie und der Atommülllagerung zu beschäftigen und zu erfahren, warum die Diskussion um Atomkraft schlecht für echten Klimaschutz ist. Sie können Kontakte zu Expert*innen knüpfen, politische Zusammenhänge kennenlernen und sich im Debattieren üben.
Die Sommerakademie richtet sich an Studierende, junge Akademiker*innen, neu engagierte Menschen im Rahmen der Standortsuche und alle anderen interessierten junge Menschen, die Lust haben, sich fünf Tage intensiv und interdisziplinär mit diesem wichtigen Thema zu beschäftigen. Ausgewiesene Expertinnen und Experten geben eine Einführung in die Probleme bei Umgang und Lagerung radioaktiver Abfälle. Im Rahmen eines Planspiels sollen sich die Teilnehmenden in die Rolle von Kommunalpolitiker*innen, lokalen Bürgerinitiativen oder des Betreibers versetzen, verschiedene Sichtweisen aus der Geologie, Politik und Ökonomie kennenlernen und sich dabei für den „Ernstfall“ vorbereiten.
Die Stiftung Atomerbe unterstützt die Sommerakademie mit 2.000 Euro
Gorleben Archiv:
Chronik des Widerstands – ein stetig wachsendes Online-Nachschlagewerk
Die Protestbewegung gegen die in Gorleben geplanten Atomanlagen gilt als eine der bedeutendsten sozialen Bewegungen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Das 2001 gegründete Gorleben Archiv hat sich zur Aufgabe gemacht, das vorhandene Wissen über diesen gesellschaftlichen Großkonflikt möglichst umfassend zu sichern und für die Öffentlichkeit und die Wissenschaft dauerhaft zugänglich zu machen. Die Einrichtung verfügt inzwischen über zigtausende Dokumente in Schrift, Bild, Film und Ton und wird für Recherchen aus den unterschiedlichsten Bereichen und Fachrichtungen genutzt. Eine wertvolle Quelle ist auch die „Gorleben-Chronik“ auf der Webseite des Archivs – ein stetig wachsendes Online-Lexikon, das den gesamten Zeitraum seit der Benennung von Gorleben zum Atomstandort im Februar 1977 bis heute erfasst. Die Chronik liefert neben einer detaillierten Darstellung der Protestereignisse eine Fülle von Hintergrundinformationen zu den wichtigen atompolitischen Entscheidungen, ergänzt durch zahlreiche Ausschnitte aus Gutachten, Pressemitteilungen und Medienberichten. Das bisher ehrenamtlich geführte Projekt wird nun durch Videos, Bilderserien und zusätzliche Inhalte erweitert. Außerdem ist geplant, den umfangreichen Datenbestand in ein datenbankbasiertes Online-Archiv zu überführen. Dadurch werden für die Chronik des Gorleben-Widerstands neue Such- und Filterfunktionen zur Verfügung stehen und eine noch gezieltere und treffsicherere Recherche möglich sein.
Die Stiftung Atomerbe unterstützt dieses Vorhaben mit 2.000 Euro.
In 2020 geförderte Projekte
In einer ersten Förderrunde hat die Stiftung Atomerbe im Herbst 2020 fünf Projekte von örtlichen Bürger*innen-Initiativen und Umweltorganisationen mit jeweils 500 Euro unterstützt, die sich auf ganz unterschiedliche Weise um das Atommüll-Problem gekümmert haben.
Arbeitsgemeinschaft (AG) Schacht Konrad: Konrad-Camp
Das ehemalige Bergwerk Schacht Konrad in Salzgitter wird seit Jahrzehnten zum tiefengeologischen Lager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll ausgebaut. Und obwohl seit über 40 Jahren immer mehr Fragen und neue Probleme zu diesem Projekt entstehen und Kritiker*innen und Expert*innen gleichermaßen von Unverantwortlichkeit sprechen, ist dieser Plan noch nicht vom Tisch. Die AG Schacht Konrad setzt sich ebenso lang kritisch mit der Lagerung von Atommüll auseinander – generell und speziell am namensgebenden Standort. Für den Sommer 2021 plant die AG ein Camp in unmittelbarer Nähe zur Schachtanlage. Mit mehreren Bündnispartner*innen, Umweltverbänden und weiteren Multiplikator*innen entsteht für zwei Tage ein buntes Zeltdorf, in dem über Workshops und weitere kreative Angebote nicht nur eine breitere Öffentlichkeit erreicht, sondern auch dem Informationsbedarf der örtlichen Bevölkerung Rechnung getragen werden kann.
Die Stiftung Atomerbe unterstützt das Konrad-Camp mit 500 Euro.
Atommüllreport:
Neuauflage von "Atommüll – eine Bestandsaufnahme für die Bundesrepublik Deutschland"
Der Atommüllreport ist ein Fachportal, das das Wissen über Atommüll und seine Gefahren bündelt und sichert, um es über viele Jahrzehnte zu erhalten und einen Beitrag zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung um einen verantwortbaren Umgang mit den strahlenden Hinterlassenschaften zu ermöglichen. Die Daten und Themen umfassen v.a. die Anlagen in der Bundesrepublik Deutschland, an denen Atommüll produziert oder gelagert wird, sowie die Verbringung von Abfällen innerhalb Deutschlands und in andere Länder. Die Daten und Themen des Portals werden kontinuierlich aktualisiert und ergänzt. Grundlage dieses etablierten und viel genutzten Tools ist die 272-seitige "Bestandsaufnahme Atommüll" der Atommüllkonferenz aus dem Jahr 2013. Diese wichtige Bestandsaufnahme wird in 2021 aktualisiert und überarbeitet und im Herbst auf einer Fachtagung präsentiert.
Die Stiftung Atomerbe unterstützt die Neuauflage mit 500 Euro.
Bürgerinitiative (BI) atomfreies Dreiländereck:
Protestmaterial
Auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerkes Würgassen soll ein zentrales Zwischenlager für Atommüll entstehen. Die Bundesregierung plant, dass riesige Mengen mittel- und schwachradioaktiver Müll aus ganz Deutschland in Würgassen gesammelt werden. Anschließend soll er in das geplante Langzeit-Lager Schacht Konrad (s.o.) transportiert werden, welches in 2027 in Betrieb genommen werden soll. Der in einem fragwürdigen Auswahlverfahren festgelegte Standort ist dabei denkbar ungeeignet, da er in einer logistisch vergleichsweise sehr schlecht erschlossenen Region liegt – und zudem 132 Km entfernt vom geplanten Einlagerungsort Schacht Konrad. Atommüll-Transporte würden über kurvige, schlecht ausgebaute Straßen, durch enge Brückenunterführungen und zahlreiche Ortschaften erfolgen. Die BI atomfreies Dreiländereck wird entlang der geplanten Transportstrecken auffällige Plakatierungen anbringen, um eine breite Öffentlichkeit über die immense und unnötige Zahl an zusätzlichen Atom-Transporten zu informieren und weitere Mitstreiter*innen zu finden.
Die Stiftung Atomerbe unterstützt diese Information der Öffentlichkeit mit 500 Euro.
Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg:
Aktualisierung Zeitleiste Beluga-Schiff
Seit über 40 Jahren arbeitet die BI Lüchow-Dannenberg im Widerstand gegen die Atomanlagen in Gorleben. Unzählige Aktionen, Bündnisse und – nicht zuletzt – Erfolge sind ihr zu verdanken. Und auch wenn Gorleben mittlerweile nicht mehr im Rennen für den Standort für das deutsche Atommüll-Tiefenlager sein soll, streitet die BI erklärtermaßen und solidarisch mit anderen potentiellen Standorten weiter für das bestmögliche Lager für die strahlenden Hinterlassenschaften.
Seit 2013 erinnert im Zugangsbereich des ehemaligen Bergwerks ein Mahnmal daran, dass der Salzstock kein sicheres Lager für radioaktiven Müll ist. Hier steht die Beluga, das bekannte Schiff, das Greenpeace 20 Jahre lang für seine Aktionen nutzte. Hinter dem Schiff informiert eine Zeitleiste aus wetterfesten Planen über die AKW-Pläne der 1970er und 1980er Jahre, über die Standortauswahl zu Gorleben und über die großen Gefahren der Atomenergie-Nutzung sowie über den Anti-Atom-Protest. Da die letzten Jahre nicht dokumentiert sind und die Zeitleiste wie die Beluga ein wahrer Publikumsmagnet ist, wird die BI sie entsprechend aktualisieren und auf den neusten Stand bringen.
Die Stiftung Atomerbe unterstützt dieses Vorhaben mit 500 Euro.
BUND Hessen:
Klage gegen Castor-Transporte
Der BUND Hessen setzt sich seit über 40 Jahren für Umweltschutz in Hessen und darüber hinaus ein. Er forciert eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise, die auf ökologischen Grundlagen beruht und sozial gerecht ist. Im Bereich Klimaschutz und erneuerbare Energien setzt er sich mit den Gefahren von Atomkraft und Atommüll auseinander. Als gesetzlich anerkannter Umwelt- und Naturschutzverband verfügt der BUND über Beteiligungs- und Klagerechte und wehrt sich vor Gericht gegen umweltschädigende Vorhaben. So geschehen Anfang 2020, als der BUND Hessen beim Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BaSE) Widerspruch gegen dessen Genehmigung eingelegt hat, bis zu sieben Castor-Behälter mit Atomabfällen aus Sellafield in das Standortzwischenlager Biblis einzulagern. Insgesamt weist der Widerspruch 26 Sicherheitsmängel in der Genehmigung auf. Im September 2020 hat der BUND Hessen dann beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel Klage gegen den für Herbst 2020 angekündigten und mittlerweile erfolgten Castor-Transport erhoben. Obwohl der Transport schon gerollt ist, geht das Verfahren weiter. Im Erfolgsfall kann das Urteil große Auswirkungen auf künftige Castor-Transporte haben. Im Hauptsacheverfahren hat der BUND Hessen mit nicht unerheblichen juristischen Kosten zu rechnen.
Die Stiftung Atomerbe unterstützt diese Klage mit 500 Euro.