Im Jahr 2026 hat die Stiftung Atomerbe folgende Projekte unterstützt:
Unterstützung für einen deutsch-ukrainischen Leseabend zum 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl
Der Abend gehört zur Reihe des Literatursalons „Sowohl als auch“, der sich in Lesungen und Diskussionen mehrsprachiger Literatur bzw. Texten mit mehrkulturellen Bezügen widmet. Der Literatursalon lädt dazu alle ein oder zwei Monate ein in das Lokal „Eck51“, das zum lokalen Kulturverein Eck 51 e.V. im Zentrum von Cottbus gehört-
Die Lesung hatte den 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe im sowjetischen Kernkraftwerk Tschernobyl zum Mittelpunkt. Dabei las der Cottbuser Autor Thomas Bruhn Auszüge aus Christa Wolfs „Störfall. Nachrichten eines Tages“ von 1987. Das Buch ist eines der wenigen Zeugnisse der Auseinandersetzung mit dem Reaktorunglück in der DDR. Im zweiten Block las Nataliia Hraivoronska ukrainischsprachige Texte, die sich mit dem Reaktorunglück auseinandersetzen. Darunter waren Auszüge aus Swetlana Alexijewitschs „Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft“ und Gedichte von Lina Kostenko. Liliia Reuß las die deutschen Übersetzungen der Texte. Eine Gebärdendolmetscherin übersetzte parallel das Gelesene in Gebärdensprache. Alle Vorlesenden leben in Cottbus.
An die Lesung schloss sich eine Diskussion zum Thema Atomkraft/Erbe von Tschernobyl an. Dabei waren unter anderem Johannes Drews dabei (ehemals Vorstand von ICAN Deutschland, International Campagin to abolish nuclear weapons), Marion Ernst (die berufliche Erfahrungen in Kernkraftwerken besitzt)und der Physiker Dr. Hartmut Leipner. Dabei zeigten sich verschiedene Perspektiven, resultierend aus den verschiedenen Erfahrungen der Anwesenden, in der DDR, in West-Berlin und in der damaligen Ukrainischen Sowjetrepublik. Thema war auch Atomkraft im Allgemeinen, im Iran und der Verzicht auf den Bau von Atomraketen in der Ukraine. Nataliia Hraivoronska wies auch auf weitere Kernkraftwerke in der Ukraine und die damit verbundenen Risiken, nicht zuletzt durch die derzeitige Kriegssituation. Zur Sprache kam auch die enorm hohe Strahlenbelastung durch Kernwaffentests, die selten in der Öffentlichkeit thematisiert wird Durch den Abend führte Günther Hornberger von der Cottbuser Lyrikwerkstatt. Anwesend waren etwa 41 Zuhörende, was die Platzkapazitäten im Eck 51 ausfüllte. Anwesend war auch die Publizistin Christiana Piniek, die für die sorbische Wochenzeitung „Nowy Casnik“ berichtet (erscheint voraussichtlich am 30. April). 1
Die Stiftung Atomerbe hat den Lese- und Diskussionsabend mit 200 Euro unterstützt.